Allgemeine Fragen zum Jahresausgleich

1. Warum soll ich einen Jahresausgleich machen?

Beim Jahresausgleich werden die durch Lohnschwankungen verbundenen Steuerschwankungen ausgeglichen.

Daneben gibt es eine Vielzahl von Steuerabsetzbeträgen und Steuerfreibeträgen, die beim Jahresausgleich berücksichtigt werden können und zu einer Steuergutschrift führen.

2. Wer kann einen Jahresausgleich machen?

Alle Arbeiter/Arbeiterinnen - Angestellte - Teilzeitbeschäftigte - Präsenzdiener/Zivildiener - Lehrlinge - Ferialarbeiter/innen - Pensionisten u.a.

3. Wie viele Österreicher machen den Jahresausgleich und wie viele machen keinen?

5,7 Millionen Österreicher können einen Jahresausgleich stellen. Nur 3,4 Millionen machen diesen und bekommen zu viel bezahlte Steuer vom Finanzamt zurück. 2,3 Millionen machen keinen Jahresausgleich und verzichten damit auf (viel) Geld.

*Quelle: Salzburger Nachrichten, Bericht vom 11.03.2016 „Österreicher schenken dem Finanzamt Millionen“

4. Wie wird der Jahresausgleich noch genannt?

Gängige Bezeichnungen sind auch Arbeitnehmerveranlagung oder Steuerausgleich.

5. Warum machen 2,3 Millionen Österreicher keinen Jahresausgleich?

Die häufigsten Gründe sind:

  • Weil viele glauben, es kommt eh fast nichts heraus.
  • Weil viele glauben, es könnte zu einer Nachzahlung kommen.
  • Weil viele niemanden zur Seite haben, der sie fachmännisch berät und
    mit ihnen den Jahresausgleich abwickelt.

6. Wer darf eigentlich gewerblich einen Jahresausgleich abwickeln?

Wirtschaftstreuhänder (Mitglieder der Kammer der Wirtschaftstreuhänder Österreich) und Steuerberater, Öffentlich bestellte Bilanzbuchhalter, Öffentlich bestellte Personalverrechner (Mitglieder der Wirtschaftskammer Österreich)

7. Wie weit zurück kann ich einen Jahresausgleich beantragen?

Sie können den Jahresausgleich 5 Jahre zurück beantragen, bis Dezember 2018 noch für das Jahr 2013. Ab 1.1.2019 für die Jahre 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018.

8. Seit 2016 führt das Finanzamt in bestimmten Fällen die automatische Arbeitnehmerveranlagung durch.
Ist trotzdem ein Jahresausgleich notwendig und sinnvoll?

Ja! Sie sollten nicht nur für die letzten 5 Jahre, sondern auch weiterhin den Jahresausgleich machen, damit die Abschreibmöglichkeiten und eventuelle Absetzbeträge berücksichtigt werden können.

9. Ist auch für kleinere Einkommen unter 1000 Euro netto im Monat der Jahresausgleich sinnvoll?

Ja! Bei diesem Einkommen kann sich eine Steuergutschrift in Form der Negativsteuer ergeben und seit 2016 kann es auch hier zur automatischen Arbeitnehmerveranlagung kommen. Trotzdem sollten Sie auch bei diesen Einkommen weiterhin den Jahresausgleich machen (z.B. Berücksichtigung der Pendlerpauschale).

10. Wie ist der Antrag auf Jahresausgleich beim Finanzamt einzubringen?

Die Antragstellung erfolgt elektronisch über das Portal FinanzOnline der Finanzverwaltung.

11. Wie hoch kann die Steuergutschrift beim Jahresausgleich sein?

Die Steuergutschrift ist von Ihren persönlichen Abschreibmöglichkeiten und Ihren zustehenden Absetzbeträgen abhängig. Die durchschnittliche Steuergutschrift eines Österreichers beträgt pro Jahresausgleich und Jahr 565 Euro.

*Quelle: Salzburger Nachrichten, Bericht vom 11.03.2016 „Österreicher schenken dem Finanzamt Millionen“

12. Gibt es während des Jahres eine Frist bis wann der Jahresausgleich gemacht werden muss?

Nein! Der Jahresausgleich für die letzten 5 Jahre kann während des gesamten Kalenderjahres beim Finanzamt abgegeben werden.

13. Wann kann frühestens der Jahresausgleich für das Vorjahr beim Finanzamt abgegeben werden?

Die Jahreslohnzettel müssen vom Arbeitgeber bis Ende Februar des Folgejahres an das Finanzamt übermittelt werden. Daher kann frühestens ab Anfang März der Jahresausgleich für das Vorjahr beantragt werden.

14. Kann es beim Jahresausgleich auch zu einer Nachzahlung kommen?

Beim Antrag auf Jahresausgleich kann es definitiv zu keiner Nachzahlung kommen. Sollte es zu einer Nachzahlung kommen, kann der Antrag zurückgezogen werden.

15. Was ist eine Pflichtveranlagung?

Es kann vorkommen, dass man vom Finanzamt zur Abgabe der Arbeitnehmerveranlagung aufgefordert wird.
Beispiel: Es bestanden zwei oder mehrere Arbeitsverhältnisse gleichzeitig. In solchen Fällen spricht man von der Pflichtveranlagung und hier kann es zu einer Steuernachzahlung kommen.


Spezielle Fragen zum Jahresausgleich durch den Jahresausgleich-Berater

1. Was mache ich, wenn ich Interesse an einer Abwicklung des Jahresausgleiches durch einen Jahresausgleich-Berater habe?

Sie rufen ganz einfach einen Jahresausgleich-Berater an und vereinbaren ein unverbindliches persönliches Gespräch. Der Jahresausgleich-Berater kommt zu Ihnen zum "Erstgespräch" und bespricht mit Ihnen den Ablauf und sagt Ihnen wie viel er für seine Arbeit verlangt. Das Erstgespräch ist kostenlos.

2.Wie ist der weitere Ablauf, wenn ich das Angebot des Jahresausgleich-Beraters annehme?

Sie erteilen dem Jahresausgleich-Berater die schriftliche Vollmacht zur Beratung und die Abfassung und Abgabe des Jahresausgleiches beim Finanzamt.

Sodann erfolgt vom Jahresausgleich-Berater die Aufnahme Ihrer persönlichen und steuerrelevanten Daten.

3. Wie lange dauert so ein Erstgespräch?

Erfahrungsgemäß dauert das Erstgepräch, selbst bei Jahresausgleichen für mehrere Jahre, höchstens eine Stunde.

4. Wie ist der weitere Ablauf?

Der Jahresausgleich-Berater erstellt in seinem Büro anhand Ihrer persönlichen und steuerrelevanten Daten den Jahresausgleich (die Jahresausgleiche) und gibt den Jahresausgleich (die Jahresausgleiche) beim Finanzamt ab.

5. Was passiert dann?

Nach Austellung aller Bescheide durch das Finanzamt vereinbaren Sie mit dem Jahresausgleich-Berater den Termin für das Abschlussgespräch.

Im Abschlussgespräch erfolgt die Besprechung des Bescheides (der Bescheide), die daraus resultierende Steuergutschrift, und der Jahresausgleich-Berater händigt die Rechnung für seine Arbeit aus.

6. Wie lange dauert es, bis der Bescheid vom Finanzamt ausgestellt wird?

Das Finanzamt hat nach Abgabe des Antrages auf Jahresausgleich grundsätzlich
6 Monate Zeit zur Ausstellung des Bescheides.
In dem meisten Fällen ergeht der Bescheid aber innerhalb von wenigen Wochen, manchmal sogar innerhalb weniger Tage.

7. Wann muss ich die Rechnung für die Arbeit des Jahresausgleich-Beraters zahlen?

Die Rechnung ist erst fällig, wenn die gesamte Steuerrückzahlung vom Finanzamt auf Ihrem Bankkonto eingelangt ist.

8. Wie ist der Ablauf, wenn ich möchte, dass der Jahresausgleich-Berater auch nächstes Jahr mit mir den Jahresausgleich abwickelt?

In diesem Fall händigt Ihnen beim 1. Abschlussgespräch der Jahresausgleich-Berater eine kurze Vereinbarung aus. In dieser steht, dass der Jahresausgleich-Berater für eine jährliche Abwicklung Sorge trägt und verlässlich telefonisch mit Ihnen Kontakt aufnimmt. Die Vereinbarung kann jederzeit formlos (auch telefonisch) beendet werden. Ansonsten verlängert sich die Vereinbarung automatisch um ein Jahr.

9. Wie viel muss ich an den Jahresausgleich-Berater zahlen, wenn beim Jahresausgleich nichts herauskommt?

Wenn beim Jahresausgleich nichts herauskommt, müssen Sie auch nichts zahlen.

10. Kann ich auch einen Jahresausgleich-Berater außerhalb meines Wohnortes kontaktieren?

Ja, Sie können einen Jahresausgleich-Berater nach Ihren Wünschen wählen.

11. Welche Vorteile habe ich, wenn ich den Jahresausgleich-Berater mit der Abwicklung betraue?

  • Vorteil 1: Kein Risiko! Auf Antrag gibt es definitiv keine Steuernachzahlung. Und die Rechnung des Jahresausgleich-Beraters ist erst fällig, wenn das Finanzamt die gesamte Steuergutschrift auf Ihr Bankkonto ausbezahlt hat.
  • Vorteil 2: Sie haben Gewissheit, dass beim Jahresausgleich nichts vergessen wurde und alles richtig beantragt wurde.
  • Vorteil 3: Die Rechnung des Jahresausgleich-Beraters können Sie beim nächsten Jahresausgleich steuerlich abschreiben.